Neubau der Schleibrücke Lindaunis: Sperrungen der Klappbrücke für Autos und Züge bleiben weiterhin unvermeidbar

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Redakteur
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(CIS-intern) – KAPPELN/KIEL. Trotz massiver technischer Herausforderungen beim Neubau der knapp 130 Meter langen Schleibrücke Lindaunis (Kreis Schleswig-Flensburg) sehen Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen und die Verantwortlichen der Deutschen Bahn (DB) und des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) das Gemeinschaftsprojekt auf einem guten Weg: „Nach einem Baustopp im letzten Sommer, der zur Absicherung der Standfestigkeit der benachbarten historischen Klappbrücke nötig war, befinden sich die Arbeiten weitgehend im Zeitplan“, sagte Madsen heute (1. August) bei einem Besuch der Baustelle. Zugleich machten der Minister, DB-Projektleiter Henry Benedict und LBV.SH-Direktor Torsten Conradt aber auch deutlich, dass bis zur geplanten Fertigstellung der neuen Brücke im Jahr 2025 die alte Klappbrücke pro Jahr für mehrere Monate für Züge und Kraftfahrzeuge gesperrt werden müsse.   

Hintergrund: Nach dem Baustopp im Juni letzten Jahres musste der gesamte Bauablauf umgestellt werden, weil die Gründungsarbeiten für den Neubau ansonsten die Standfestigkeit der alten Brücke gefährdet hätten. „Das bedeutet, dass wir bis zur Fertigstellung für je bis zu sechs Monate im Jahr die alte Klappbrücke für den motorisierten Straßenverkehr und die Züge sperren müssen, um die Gründungen, die Widerlager und Pfeiler sowie den Überbau in dieser Zeit herzustellen“, sagte DB-Projektleiter Benedict. In der Bauzeit könne die Brücke dann auch nicht wie gewohnt für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Geöffnet sei die Brücke dann aber für den Fußgänger- wie Radverkehr. Zudem bleibe sie für Boote mit niedrigen Aufbauten und ohne Masten in den Sperrzeiten ebenfalls passierbar.

Dieses Jahr beginnt die Bauzeit bereits am 15. September und läuft bis Frühjahr 2023. Madsen zeigte sich erleichtert, dass für den Schiffsverkehr bis zum 15. Oktober die vier täglichen Klappungen aufrechterhalten werden könnten, wenn auch zu anderen Zeiten als bisher. Ab Mitte Oktober seien wieder Bedarfsklappungen der alten Brücke möglich. So werde sie vom 16. bis 31. Oktober jeweils von Freitag bis Sonntag zweimal täglich um 11.30 und um 16.30 Uhr geöffnet. Ab November bis zum Frühjahr 2023 würden zudem Klappungen nach Bedarf erfolgen. Erfreulich sei zudem, dass ab 15. August zwei Provisorien für Bahnfahrende zum Aus- und Einsteigen am nördlichen und südlichen Ende der Brücke errichtet würden. Der Umstieg zwischen den Zügen werde dann zu Fuß über die Brücke erfolgen.

Nach den Worten von LBV.SH-Direktor Conradt ist mit der Einrichtung der provisorischen Zustiegsmöglichkeiten allerdings eine Sperrung der Brücke für den Kfz-Verkehr ab 15. August verbunden. Bis zum 15. September werde jeweils zu den Wochenenden die Sperrung aber aufgehoben. „Das sind leider die Kompromisse, die für einen glatten Bauablauf und damit die Realisierung dieses Projekts erforderlich sind“, so Conradt. Er appellierte an alle Verkehrsteilnehmer, durch Einhaltung der Gewichts- und Geschwindigkeitsbegrenzungen die alte Klappbrücke nicht unnötig zu strapazieren.

Die neue Klappbrücke wird zwölf Meter breit, entsteht in Stahlbauweise und kostet rund 100 Millionen Euro. Mit dem Neubau steht künftig in jeder Fahrtrichtung ein Fahrstreifen zur Verfügung, womit für den Autoverkehr nur noch bei Zugdurchfahrten Wartezeiten entstehen.

Weiterführende Informationen zum Bauablauf und zu den Sperr- und Öffnungszeiten unter https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/bruecke-lindaunis

Bild: © Ajepbah / Wikimedia Commons