
(CIS-intern) – Die „Missunde III“ nimmt am Mittwoch, 29. April, den Betrieb zwischen Kosel (Schwansen) und Brodersby (Angeln) auf. Die Solarfähre wird zunächst Radfahrer, Fußgänger und Fahrzeuge bis zu einem Maximalgewicht von jeweils 7,5 Tonnen über die Schlei transportieren.
Diese Testphase soll dazu dienen, dass das Fährpersonal und der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) weitere Erfahrungen mit der neu konzipierten Fähre im Dauerbetrieb sammeln, bevor sie dann auch Fahrzeuge mit einem Maximalgewicht von 25 Tonnen befördern wird.
Ursprünglich sollte die ausschließlich mit elektrischer Energie betriebene „Missunde III“ am 1. April die Nachfolge der Dieselfähre „Missunde II“ antreten. Doch bei Testfahrten hatten sich Probleme mit den Anlegekeilen an beiden Ufern ergeben, die mittlerweile behoben sind. Sie wurden mit zusätzlichen Gewichten und neuen Rollen stabilisiert.
Aktuell hat der LKN.SH, der Betreiber der Fährlinie, die zusätzlichen Lasten von jeweils zehn Tonnen provisorisch auf den Anlegekeilen angebracht. Für die endgültige Anpassung muss der Betrieb noch einmal für zwei Tage eingeschränkt werden.
Wolf Paarmann, Pressesprecher des LKN.SH, geht davon aus, dass diese Arbeiten so durchgeführt werden können, dass der Pendlerverkehr davon nicht betroffen sein wird. „Wir werden dieses Zeitfenster mit unserem Pächter abstimmen.“
Am Montag, 27. April, stellte die Schiffsuntersuchungskommission (ZSUK) auch das vorläufige Fährzeugnis aus. Nach einer Überprüfung der „Missunde III“ am 14. April hatten sich aus Sicht der Kommission noch einige Mängel ergeben. Der LKN.SH hat die geforderten Nachweise umgehend geliefert, so dass die ZSUK ein bis Ende August gültiges Zeugnis ausstellen konnte. „Wir haben diese Wartezeit auf das Zeugnis für weitere Testfahrten nutzen können“, sagt Wolf Paarmann. „Aber jetzt wird es höchste Zeit, dass wir den Fährbetrieb über die Schlei wieder aufnehmen.“
Laut Entscheidung der ZSUK muss die „Missunde III“ im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin mit zwei Fährleuten betrieben werden. Der Pächter, der LKN.SH und das Wirtschaftsministerium sind über eine entsprechende Anpassung der Fährpreise derzeit in einem konstruktiven Austausch.
Um ein endgültiges Fährzeugnis zu erhalten, müssen unter anderem die Tauchmarken noch einmal neu vermessen werden. „Eine erneute Überprüfung ist bei der Inbetriebnahme eines Schiffes ein gängiges Verfahren“, sagt Wolf Paarmann. „Wir werden die Mängelliste bis Ende August endgültig abgearbeitet haben.“
Am 4. März hatte der LKN.SH die „Missunde II“ außer Dienst gestellt und mit dem Umbau der Anleger für die Solarfähre begonnen. Seitdem pausiert der Fährbetrieb zwischen Kosel und Brodersby.
Die „Missunde III“ war zuvor bei der Kieler Werft German Naval Yards mit zusätzlichen Batteriekapazitäten und Querstrahlrudern umgerüstet und anschließend an die Schlei überführt worden. Die vier Ruder sollen das Schiff beim Anlegen stabilisieren. „Die Tests haben gezeigt, dass sie diesen Zweck erfüllen“, sagt Wolf Paarmann.
Die neue Fähre sollte bereits vor zwei Jahren ihren Dienst antreten, doch sie konnte bereits bei etwas anspruchsvolleren Witterungsbedingungen kein verlässliches Anlegen gewährleisten. Nun nimmt sie den zweiten Anlauf.
Foto: Barthel/LKN.SH



