
(CIS-intern) – Der Batteriegroßspeicher Schuby ist in die letzte entscheidende Etappe auf dem Weg in den Betrieb eingetreten. Nach seiner baulichen Fertigstellung und dem erfolgten Netzanschluss befindet sich die Anlage nun in der technischen Inbetriebnahme. Diesen wichtigen Projektmeilenstein haben die ECO STOR GmbH und die EPW GmbH heute gemeinsam mit Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen, Vertretern des Übertragungsnetzbetreibers TenneT, der Gemeinde und zahlreichen Projektpartnern beim „Speichertag Schuby“ gefeiert.
Mit einer Leistung von 103,5 Megawatt und einer Speicherkapazität von 238 Megawattstunden gehört Schuby zu den großen Batteriespeichern in Deutschland. In der laufenden Inbetriebnahmephase werden nun die einzelnen Komponenten, die Anlagensteuerung und das Zusammenspiel des Speichers mit dem Stromnetz schrittweise geprüft. Dazu gehören umfangreiche Tests, technische Nachweise und Netzstudien. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Phase kann die Anlage in den regulären Betrieb übergehen.
Claus Ruhe Madsen, Wirtschafts- und Technologieminister des Landes Schleswig-Holstein, erklärt: „Schleswig-Holstein produziert schon heute große Mengen erneuerbaren Stroms. Deshalb brauchen wir auch die Infrastruktur, die mit dieser Energie flexibel umgehen kann. Batteriespeicher wie hier in Schuby können Strom aufnehmen, wenn viel Wind- und Solarenergie zur Verfügung steht, und ihn dann wieder bereitstellen, wenn er gebraucht wird. Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Aufbau von Speicherkapazitäten müssen deshalb Hand in Hand gehen.”
Bewährte Technik trifft auf standortspezifischen Betrieb
Technisch ist Schuby baugleich mit dem Batteriespeicher Bollingstedt, den ECO STOR entwickelt und errichtet hat. Die seit 2025 betriebene Anlage gilt als bundesweit beachtetes Referenzprojekt für netzdienlichen Speicherbetrieb: Ein gemeinsam mit dem Netzbetreiber entwickeltes Flexible Connection Agreement (FCA) verbindet dort die marktliche Fahrweise mit den Anforderungen des lokalen Stromnetzes.
Schuby profitiert von den technischen und betrieblichen Erfahrungen mit der baugleichen Anlage in Bollingstedt, folgt jedoch eigenen, auf den Standort und die örtliche Netzsituation zugeschnittenen Betriebsbedingungen. In Abstimmung mit TenneT und SH Netz hat ECO STOR dafür ein Betriebskonzept mit klar definierten netzneutralen Leitplanken entwickelt. Sie begrenzen die Einspeisung des Speichers in Situationen, in denen das lokale Netz bereits stark ausgelastet ist. Der Speicher fährt dem Engpass also aus dem Weg, statt ihn zusätzlich zu verstärken. Gleichzeitig kann er marktliche Preissignale nutzen, um Strom aufzunehmen, wenn vor Ort viel erneuerbare Energie eingespeist wird. So kann vorhandene Netzkapazität effizienter genutzt und zusätzlicher Netzausbau für den Anschluss des Speichers vermieden oder begrenzt werden. Das schafft die Grundlage für einen wirtschaftlichen Betrieb, der zugleich Rücksicht auf die Anforderungen des lokalen Stromnetzes nimmt.
Tim Meyerjürgens, CEO TenneT Germany: „Mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien wächst der Bedarf an Flexibilität im Stromsystem. Großbatteriespeicher können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Erzeugung und Verbrauch besser in Einklang bringen, Netzengpässe reduzieren und das Stromsystem stabilisieren. Entscheidend ist dabei, dass Speicher netzdienlich betrieben und frühzeitig in die Netzplanung integriert werden. Das Projekt in Schuby zeigt beispielhaft, wie innovative Speicherlösungen die Energiewende unterstützen und einen Beitrag zu einem sicheren, zuverlässigen und effizienten Stromsystem leisten können.“
Für ECO STOR markiert die technische Inbetriebnahme den Übergang von der Errichtung der Anlage hin zu ihrer Integration in das Stromsystem. Seit dem Baustart im Frühjahr 2025 wurden am Standort die Batterie- und Wechselrichtereinheiten errichtet, die notwendige elektrische Infrastruktur aufgebaut und die Anlage an das Stromnetz angeschlossen.
Georg Gallmetzer, Mitglied der Geschäftsführung bei ECO STOR: „Heute steht der Speicher, ist an das Stromnetz angeschlossen und absolviert die entscheidenden Schritte auf dem Weg in den Betrieb. Dabei profitieren wir von den Erfahrungen, die wir mit der baugleichen Anlage in Bollingstedt bereits im realen Betrieb gesammelt haben. Dort können wir transparent zeigen, was moderner und netzdienlicher Speicherbetrieb leisten kann. Dieses Wissen nehmen wir mit nach Schuby. Als erste Batteriespeicheranlage dieser Größenordnung mit einem unmittelbaren Anschluss an das deutsche Übertragungsnetz stellt Schuby besondere Anforderungen an die Sicherheit und Resilienz des Anlagenbetriebs. Gemeinsam mit TenneT entwickeln und erproben wir dafür Lösungen, die nun erstmals unter diesen Bedingungen praktisch umgesetzt werden.”
Langfristige Grundlage für einen wirtschaftlichen Betrieb
Auch wirtschaftlich steht der Batteriegroßspeicher Schuby auf einem langfristigen Fundament. Bereits im November 2025 hatte ECO STOR mit dem Schweizer Energieunternehmen Alpiq einen fünfjährigen Tolling-Vertrag für die Anlage geschlossen. Dieser sichert ECO STOR planbare kommerzielle Einnahmen, während Alpiq die Speicherkapazität für Netzstabilisierungsdienste sowie für den Handel an den Spot- und Intraday-Märkten optimiert.
Die damit geschaffene planbare Erlösstruktur bildete zugleich eine wesentliche Grundlage für die anschließende Finanzierung des Projekts durch die NORD/LB. Schuby steht damit beispielhaft für eine neue Generation von Batteriespeicherprojekten, bei denen langfristige Vermarktungsmodelle und Bankfinanzierung die Realisierung großer Energieinfrastruktur mit privatem Kapital und ohne staatliche Förderung ermöglichen.
Energiewende wird vor Ort sichtbar
Der Speichertag gab den Gästen bei Führungen durch die Anlage informative Einblicke in die Technik. Gleichzeitig richtete die Veranstaltung den Blick über das einzelne Speicherprojekt hinaus. Rund um Schuby entwickelt sich zunehmend ein Standort, an dem Energie-, Netz- und digitale Infrastruktur aufeinandertreffen und die Transformation des Energiesystems unmittelbar sichtbar wird.
Petra Schulze, Bürgermeisterin der Gemeinde Schuby, sagte: „Die Energiewende wird häufig auf einer sehr abstrakten Ebene diskutiert. Hier in Schuby können wir ganz konkret sehen, wie sich unsere Energieinfrastruktur verändert. Für unsere Gemeinde ist es eine besondere Entwicklung, dass hier neue Infrastruktur für das Energiesystem der Zukunft entsteht. Wichtig ist uns dabei, dass solche Veränderungen im Austausch mit den Menschen vor Ort und der Gemeinde gestaltet werden. Deshalb bin ich dankbar, dass der Speichertag die Gelegenheit bietet, sich direkt vor Ort zu informieren, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.“
Neben der technischen Umsetzung war die regionale Zusammenarbeit von Beginn an ein wesentlicher Bestandteil der Projektentwicklung. Gemeinsam mit ECO STOR hat EPW insbesondere den Austausch mit Grundstückseigentümern, Kommune, Verbänden und weiteren lokalen und regionalen Interessensträgern begleitet.
„Ein Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung entsteht nicht allein auf der Baustelle. Von der ersten Planung an braucht es den Austausch mit Eigentümern, Kommune, Verbänden und vielen weiteren Beteiligten vor Ort. Uns war wichtig, diese unterschiedlichen Interessen frühzeitig zusammenzubringen und über die gesamte Projektentwicklung hinweg im Gespräch zu bleiben. Dass wir heute gemeinsam diesen Meilenstein feiern können, ist deshalb auch das Ergebnis einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit in der Region“, sagte Nils Brodersen, Geschäftsführer der EPW GmbH.
Mit dem Speichertag würdigten ECO STOR und EPW zugleich die Arbeit der zahlreichen Unternehmen, Behörden und Partner, die das Projekt von der Planung über die Errichtung und den Netzanschluss bis zur laufenden technischen Inbetriebnahme begleitet haben.
In den kommenden Wochen wird die Anlage weiter schrittweise getestet. Dabei werden Komponenten und Steuerungssysteme unter verschiedenen Betriebszuständen geprüft und die notwendigen technischen Nachweise für das Zusammenspiel mit dem Stromnetz erbracht. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Phase soll der Batteriegroßspeicher Schuby in den regulären Betrieb übergehen.
Bildunterschrift zum Foto von ECO Stor:
Von links nach rechts: Petra Schulze (Bürgermeisterin der Gemeinde Schuby), Dr. Wolfgang Buschmann (Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg), Franziska Fischer (TenneT TSO GmbH), Georg Gallmetzer (ECO STOR GmbH), Claus Ruhe Madsen (Wirtschafts- und Technologieminister des Landes Schleswig-Holstein), Nils Brodersen (EPW GmbH)




