Kreis Schleswig-Flensburg stärkt Katastrophenschutz

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Redakteur
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(CIS-intern) –  Am 18. August 2026 hat der Kreis Schleswig-Flensburg zahlreiche Landes-, Bundes- und Kreisfahrzeuge sowie neue Einsatzmittel an die Regieeinheiten und Hilfsorganisationen des Kreises übergeben. Damit werden die Möglichkeiten der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes im Kreisgebiet weiter gestärkt.

Übergeben wurden unter anderem ein Gerätewagen Katastrophenschutz, ein Gerätewagen Logistik, ein CBRN-Erkundungsfahrzeug, drei Hochwasserboote, drei Anhänger für die Großtierrettung, eine mobile Feldküche sowie zwei Geschirrspülmodule.

Landrat Dr. Buschmann betonte bei der Übergabe die Bedeutung der neuen Ausstattung: „Man sieht an diesen Fahrzeugen und Materialien, dass wir sie brauchen, um im Bereich der Gefahrenabwehr schlagartig reagieren zu können. Ihre Bedeutung bekommen sie aber erst dadurch, dass es Menschen gibt, die sie bedienen und mit ihnen arbeiten.“

Die Regieeinheit Technik & Infrastruktur erhält einen neuen Gerätewagen Katastrophenschutz (GW KatS) als Landesfahrzeug. Das rund 320.000 Euro teure Fahrzeug dient unter anderem als Zugfahrzeug für eine Netzersatzanlage. Ebenfalls rund 320.000 Euro kostet der neue Gerätewagen Logistik (GW Log). Das Landesfahrzeug ist beim Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz stationiert und steht grundsätzlich allen Einheiten zur Verfügung. Durch seine flexible Nutzung kann es bei unterschiedlichsten Einsatzlagen eingesetzt werden.

Der Löschzug Gefahrgut erhielt einen neuen CBRN-Erkunder des Bundes im Wert von über 300.000 Euro. Das Spezialfahrzeug dient dazu, chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahrstoffe aufzuspüren und zu erkunden.

Für die Regieeinheit Wasserrettung wurden drei neue Hochwasserboote beschafft. Sie kommen insbesondere bei Überschwemmungen, Sturmfluten und anderen Hochwasserlagen zum Einsatz – etwa zur Rettung und Evakuierung von Menschen sowie zum Transport von Material und Einsatzkräften in überflutete Bereiche. Die Kreisfahrzeuge haben jeweils einen Wert von rund 25.000 Euro. Vorgesehen sind Standorte in Hürup und Stapel sowie an einem noch festzulegenden dritten Standort.

Die Boote verfügen über besondere Ausstattungsmerkmale: Eines ermöglicht die Sicht nach unten, ein weiteres besitzt eine spezielle Taucherleiter. Das dritte Boot ist für den Transport von Personen im Rollstuhl ausgelegt. Damit können sie flexibel bei unterschiedlichen Hochwasser- und Sturmflutlagen eingesetzt werden.

Mit der Übergabe von drei Anhängern für die Großtierrettung werden die Voraussetzungen für eine schnelle und fachgerechte Rettung größerer Tiere geschaffen. Die Anhänger sind für die Rettung von Tieren vorgesehen, die größer als ein Schäferhund sind. Die Einsätze erfolgen grundsätzlich gemeinsam mit der jeweils zuständigen Ortswehr und sollen möglichst tierschonend durchgeführt werden.

Die rund 20.000 Euro teuren Anhänger werden in Süderfahrenstedt und Janneby sowie an einem noch festzulegenden dritten Standort stationiert. Für Ausbildung und Übungen steht zudem ein rund 230 Kilogramm schwerer Pferdedummy zur Verfügung. Der von Landrat Dr. Buschmann auf den Namen „Fjuri“ getaufte Dummy ermöglicht realitätsnahe Übungen. Eine entsprechende Übungskuh soll noch geliefert werden.

Auch die Möglichkeiten zur Versorgung bei längeren Einsätzen werden verbessert. Die DRK-Bereitschaft Kappeln erhielt eine neue mobile Feldküche. Sie ersetzt eine bisher vorhandene Küche, kann bis zu 250 Personen versorgen und hat einen Beschaffungswert von rund 145.000 Euro. Ein moderner Konvektomat gehört zur Ausstattung. Die Küche kann unabhängig von ihrem ursprünglichen Standort eingesetzt werden und eignet sich damit insbesondere für länger andauernde Einsätze und Katastrophenlagen.

Ergänzt wird die Ausstattung durch zwei Geschirrspülmodule im Wert von jeweils rund 15.000 Euro. Eines wird bei der DRK-Bereitschaft Kappeln stationiert, das zweite bei der JUH-Bereitschaft Busdorf.

Fachdienstleiter Stiemcke verwies bei der Übergabe darauf, dass die Beschaffung von Fahrzeugen für den Katastrophenschutz teilweise mehrere Jahre in Anspruch nimmt. „Noch nie wurden so viele Fahrzeuge auf einmal übergeben“, sagte er. Bereits weitere Fahrzeuge, darunter zwei Kommandofahrzeuge, seien in unmittelbarer Zustellung.

Für Stiemcke war die Übergabe zugleich ein besonderer Termin: Es war sein letzter Übergabetermin im aktiven Dienst als Fachdienstleitung des Fachdienstes Allgemeine Ordnungsangelegenheiten. Nach 45 Jahren im Dienst des Kreises Schleswig-Flensburg steht für ihn nun der letzte Arbeitstag bevor.

Mit der aktuellen Beschaffung setzt der Kreis Schleswig-Flensburg seine Investitionen in einen leistungsfähigen Katastrophenschutz fort. Die neue Technik schafft die notwendige Grundlage für schnelle Hilfe – entscheidend für ihre Einsatzfähigkeit bleibt jedoch das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Kreis.

Foto: Kreis Schleswig-Flensburg