Missunde II kommt in die Werft – Landesregierung startet Planung für Neubau

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Redakteur
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(CIS-intern) –  Eine Woche nach Beginn der sofortigen Überprüfung aller Möglichkeiten steht fest, wie es mit der Schleiquerung zwischen Brodersby und Kosel/Missunde weitergeht: Die Missunde II kommt in die Werft und soll nach dem Ende der Sommersaison wieder den Fährbetrieb übernehmen. Gleichzeitig beginnt das Land mit der Planung einer neuen Fähre. Am Fähranleger laufen zur Zeit Arbeiten, um die Missunde III möglichst am Wochenende wieder fahren zu lassen. Das gab Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute (7. August) bekannt.

 
„Eine Fähre muss vor allem eines: verlässlich fahren. Die Missunde III hat das trotz aller Reparaturen und Nachbesserungen bisher nicht geschafft. Mit dem Prinzip Hoffnung lässt sich keine Fähre betreiben, vor allem wenn es um die Sicherheit der Menschen geht. Deshalb haben wir entschieden: Die Missunde II kommt in die Werft und wird für den Einsatz vorbereitet. Dort wird sie technisch überholt. Unser Ziel ist, dass sie nach der Saison wieder eingesetzt werden kann. Außerdem starten wir mit der Planung einer möglichen neuen Fähre. Die Entscheidung ist gefallen. Jetzt setzen wir sie um“, sagte Madsen.
 
Zur Missunde III sagte Madsen weiter: „Wir setzen alles daran schon am Wochenende wieder Menschen über die Schlei zu befördern, die Arbeiten laufen gerade. Die Sicherheit der Menschen steht dabei immer an oberster Stelle. Dafür tragen wir die Verantwortung und deshalb wird die Fähre erst wieder fahren, wenn das gewährleistet ist.“
 
„Unser Plan hat drei klare Schritte: Die Missunde III fährt wieder, wenn sie sicher ist. Die Missunde II kommt in die Werft und übernimmt voraussichtlich nach der Saison. Und für die dauerhafte Lösung beginnen wir mit der Planung einer neuen Fähre“, so Madsen. „Wir brauchen keine Fähre, die auf dem Papier alles kann, sondern eine, die jeden Tag zuverlässig fährt. Genau daran arbeiten wir jetzt.“ Die Vorbereitung der Geltendmachung möglicher Schadensersatzansprüche gegen das beauftragte Konstruktionsbüro wird unabhängig davon fortgeführt. Dazu werden auch Gutachten eingeholt.
 
„Die Menschen in der Region haben lange genug mit Ausfällen, Unsicherheit und weiten Umwegen leben müssen. Sie wollten zu Recht wissen, wie es weitergeht. Dafür gibt es jetzt den Plan. Wir ziehen die Konsequenzen und sorgen dafür, dass sich die Menschen wieder auf ihre Fährverbindung verlassen können“, so der Verkehrsminister. Das Vorgehen sei mit dem Umweltministerium besprochen. Dort ist der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) angesiedelt, der die Fähre für das MWVATT betreibt.
 
Der LKN.SH hatte die Missunde III am 30. Juli wegen erneuter Probleme beim sicheren Anlegen aus dem Betrieb genommen. Seit ihrer Inbetriebnahme Ende April war die Fähre bereits mehrfach ausgefallen. Die Schleiquerung wird jährlich neben zahlreichen Fußgängern von rund 120.000 Fahrzeugen und 50.000 Fahrrädern genutzt.
 
Verantwortlich für diesen Pressetext: Karen Sieksmeyer | Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus
Foto: Von Mef.ellingen – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=148716320
 
Warum fiel die „Missunde III“ ständig aus?
Probleme mit der Anlegetechnik und den Haken
Das größte und wiederkehrende Problem war das Andocken an die Anleger. Die elektrisch betriebene Fähre (Gewicht rund 160 Tonnen) traf beim Anlegen zu hart auf den verhältnismäßig leichten Anleger (14 Tonnen). Dies führte dazu, dass sich der Fanghaken beim Andocken in bestimmten Konstellationen nicht richtig fest verankerte oder sich unplanmäßig wieder löste.

Defekte am Antriebsstrang und den Antriebsriemen

Die Fähre war mehrfach wegen technischer Schäden an der Antriebstechnik lahmgelegt. Unter anderem verschlissen innerhalb kürzester Zeit die Antriebsriemen, oder es kam zu Hydraulikdefekten.

Konstruktions- und Windanfälligkeit
Die Fähre erwies sich als zu groß und wies zu viel Fläche für Windangriffe auf („Windanfälligkeit des Überbaus“). Bei ungünstiger Strömung und Wind trieb die „Missunde III“ dadurch ab. Die zusätzlichen Querstrahlruder (seitliche Hilfsantriebe) machten das Schiff extrem fehleranfällig und für den Kapitän zu einer Art „Millimeterarbeit“. 

Wirtschaftlichkeit und Kapazität
Auch wenn sie fuhr, war der Betrieb der „Missunde III“ unwirtschaftlich. Die Fähre ist zu langsam und kann nur die Hälfte der Fahrzeuge pro Stunde übersetzen wie ihre Vorgänger, was zu langen Wartezeiten führte.