
(CIS-intern) – Zum Feiern hatten die Vereinsmitglieder und weitere wichtige Akteure aus der Region allen Grund: Seit 2002 konnten insgesamt 218 Projekte aus dem Grundbudget und 19 Projekte aus dem Fischereifonds gefördert werden. Mit rund 8 Mio. Euro an EU-Mitteln wurden Investitionen von insgesamt fast 25 Mio. Euro ausgelöst. Seit 2019 wurden zusätzlich 110 sogenannte Kleinprojekte über das Regionalbudget der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) realisiert. Doch die Zukunft der AktivRegion ist vor dem Hintergrund aktueller EU-Verhandlungen ungewiss.
„18 Jahre stehen für gemeinsames Engagement, für Ideen, für Zusammenhalt, um unsere Region lebenswerter und liebenswerter zu machen.“ so die Vorsitzende Linscheid. Die Gründung der Ostseefjord Schlei GmbH als gemeinsame lokale Tourismusorganisation, die Gründung des Naturpark Schlei sowie die Anerkennung des Grenzkomplex Haithabu und Danewerk als UNESCO-Welterbe sind bedeutende Meilensteine. „Es sind aber noch so viele Projekte mehr, im Kleinen wie im Großen, die den gemeinsamen Erfolg ausmachen. Seit 2002, also seit Beginn der LEADER-Initiative und vor Vereinsgründung, konnten insgesamt 218 Projekte aus dem Grundbudget und 19 Projekte aus dem Fischereifonds gefördert werden.“, so Linscheid, die sich immer wieder von der Hebelwirkung der Projekte beeindruckt zeigt: „Mit rund 8 Mio. Euro an EU-Mitteln wurden Investitionen von insgesamt fast 25 Mio. Euro ausgelöst.“ Die Vorsitzende betonte jedoch, dass all die erfolgreich umgesetzten Projekte und die AktivRegion selbst von den Menschen leben, die ihre Ideen mit Leben füllen: „Deshalb gilt mein besonderer Dank allen Mitgliedern und Akteuren, die sich über die Jahre engagiert, eingebracht, mitgestaltet und unsere AktivRegion zu dem gemacht haben, was sie heute ist.“ Zur Volljährigkeit gratulierte Dr. Wolfgang Buschmann, Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg, der auf die aktuellen Herausforderungen der Schleiüberquerung am Beispiel der Lindaunisbrücke hinwies: „Wäre die Lindaunisbrücke ein LEADER-Projekt gewesen, wäre sie schon in der ersten Förderperiode fertig gestellt worden. Die AktivRegion Schlei-Ostsee hätte nicht nur geplant, sondern auch geliefert.“ Umso mehr hob Buschmann das „schleiuferübergreifende Netzwerk“ hervor, das durch die Arbeit der AktivRegion entstanden ist und dafür gesorgt hat, dass „die beiden Kreise Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg zusammen denken und dass auf diese Zusammenarbeit echte Taten statt lange Reden folgten: Wo AktivRegion drauf steht, ist Lebensqualität drin.“
Mit Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, langjähriges Mitglied im Vorstand der AktivRegion und ehemaliger Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, begaben sich die Gäste auf eine Zeitreise, die zu dem Zeitpunkt begann, als die Region sich zum ersten Mal für den Welterbe-Titel bewarb. Dabei erwähnte von Carnap-Bornheim ausdrücklich die Rolle der AktivRegion Schlei-Ostsee als „Schlüssel und Motor“. Den Akteuren in der Region rechnete er es hoch an, dass die Zusammenarbeit nicht nach der erfolglosen ersten Bewerbung endete: „Die regionale Verankerung ist ein wichtiger Wert für das Welterbe, auf den wir stolz sein können.“
Nach den Rückblicken auf die gemeinsamen Erfolge leitete Stefan Wesemann (IHK), stellvertretender Vorsitzender der AktivRegion, zur Gesprächsrunde mit MdB Truels Reichardt und MdL Jette Waldinger-Thiering über. Nun ging es darum, den Blick nach vorne zu richten und über die geplante EU-Reform zu sprechen, die die AktivRegion Schlei-Ostsee unmittelbar betrifft.
Aktuell wird auf europäischer Ebene über den EU-Haushalt ab 2028 verhandelt. Dabei zeichnet sich ab, dass die Förderung der ländlichen Entwicklung künftig deutlich anders ausgestaltet werden könnte. Die Sorge vieler AktivRegionen in Schleswig-Holstein: Weniger Geld, weniger Planungssicherheit und weniger Einfluss vor Ort.
Den beiden Abgeordneten ist die Arbeit in den AktivRegionen bekannt und sie teilen die Sorge. Beide hoben die erfolgreiche Umsetzung des LEADER-Förderprogramms, die Zusammenarbeit und das Engagement in den AktivRegionen hervor. Für Reichardt ist wichtig, dass die Entscheidungen auch in Zukunft vor Ort getroffen werden: „Nur so wird sichtbar, wie die EU in der Fläche wirkt.“ Dem schloss sich Waldinger-Thiering an: „Durch die AktivRegionen wird die EU vor Ort sichtbar. Wenn Entscheidungen nur noch zentral getroffen werden, fehlt den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort diese Wahrnehmung.“ Beide Abgeordneten werden sich für ein ausreichendes Budget und die Einflussnahme vor Ort einsetzen. Dazu Waldinger-Thiering: „Wir müssen weiterhin Einfluss nehmen können und dazu die nötigen Anträge in Schleswig-Holstein stellen. Wir wollen uns das so nicht gefallen lassen! Wir sind die Basis.“
Foto: AktivRegion Schlei-Ostsee – Vereinsmitglieder und Akteure der AktivRegion Schlei-Ostsee sowie Gäste trafen sich am südlichen Ende der Lindaunisbrücke, um im Anschluss im Obsthof Stubbe zu feiern




