Mit dem 2. Christopher Street Day (CSD) auf dem Capitolplatz hat Schleswig am vergangenen Samstag ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Respekt und ein diskriminierungsfreies Miteinander gesetzt. Zahlreiche Bürge*rinnen, Vereine, Initiativen sowie Mitglieder der queeren Community kamen trotz der hohen Temperaturen zusammen, um sich gemeinsam für Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen.
In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Jonas Kähler die besondere Verantwortung der Stadt, allen Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder Lebensweise mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen.
„Unsere Haltung als Stadtverwaltung basiert nicht auf politischen Meinungen oder gesellschaftlichen Trends. Sie gründet auf den Werten unseres Grundgesetzes. Die Würde des Menschen ist unantastbar – dieser Grundsatz gilt ohne Ausnahme für jeden Menschen. Deshalb stehen wir als Stadt für Menschenwürde, Gleichberechtigung und gegen jede Form von Diskriminierung“, erklärte Bürgermeister Jonas Kähler.
Der Christopher Street Day sei weit mehr als ein Fest. Er mache sichtbar, dass auch heute noch Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Ausgrenzung, Anfeindungen oder Diskriminierung erfahren. Umso wichtiger sei es, Haltung zu zeigen und für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft einzustehen.
Überschattet wurde die Veranstaltung von einem Vorfall in der Nacht vor dem CSD. Die Regenbogenflaggen, die die Stadt Schleswig vor dem Verwaltungsgebäude am Gallberg 3 gehisst hatte, wurden teilweise angezündet und beschädigt. Die Stadt Schleswig erstattete umgehend Strafanzeige bei der Polizei. „Für mich handelt es sich dabei nicht um einen bloßen Streich. Solche Taten richten sich gegen den respektvollen Umgang miteinander und gegen die Werte, für die wir als öffentliche Verwaltung stehen. Deshalb verfolgen wir hier eine konsequente Null-Toleranz-Strategie“, so Kähler.
Die Stadt Schleswig verurteilt jede Form von Vandalismus, Hass und Diskriminierung. Angriffe auf Symbole der Vielfalt seien zugleich Angriffe auf die Grundwerte einer demokratischen Gesellschaft. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Institutionen und die freiheitlich-demokratische Grundordnung zunehmend infrage gestellt oder verächtlich gemacht würden, sei ein klares Bekenntnis zu den Prinzipien des Grundgesetzes wichtiger denn je.
„Eine starke Stadt ist eine Stadt, in der sich alle Menschen sicher fühlen, selbstverständlich dazugehören und das gesellschaftliche Leben mitgestalten können. Vielfalt ist keine Bedrohung für den Zusammenhalt – Vielfalt stärkt ihn. Sie macht unsere Gesellschaft menschlicher, kreativer und widerstandsfähiger“, betonte der Bürgermeister.
Die Stadtverwaltung wird auch künftig konsequent gegen verfassungsfeindliche Symbole, Sachbeschädigungen und andere Formen von Vandalismus vorgehen und entsprechende Vorfälle zur Anzeige bringen. Zugleich setzt sie sich weiterhin dafür ein, Schleswig als offene, vielfältige und diskriminierungsfreie Stadt zu gestalten, in der die Werte des Grundgesetzes täglich gelebt werden.



