Idstedt-Gedenktag 2026

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Redakteur
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Am 25. und 26. Juli 2026 wurde rund um das Idstedt-Museum der 176. Jahrestag der Schlacht bei Idstedt begangen. Mit einer feierlichen Kranzniederlegung sowie einem öffentlichen Gedenktag mit vielfältigen Mitmachangeboten erinnerten Deutsche und Dänen gemeinsam an die verlustreichste Schlacht Nordeuropas des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche Vertreter*innen aus Politik, Gesellschaft, Vereinen und Verbänden sowie viele Besucher*innen setzten damit ein Zeichen für Frieden, Verständigung und die deutsch-dänische Freundschaft.

Den Auftakt bildete am Samstag die feierliche Kranzniederlegung am Schlachtendenkmal. Kreispräsident Walter Behrens, Vorsitzender des Stiftungsrates der Idstedt-Stiftung, und Edgar Petersen, 2. Vorsitzender der Idstedt-Stiftung, legten gemeinsam einen Kranz nieder. Im Anschluss ehrten Vertreter*innen des dänischen und des deutschen Verteidigungsministeriums sowie des 6. Juli Komitees / De Danske Forsvarsbrødre for Fredericia die Gefallenen beider Seiten. Begleitet wurde die Kranzniederlegung von Mitgliedern der teilnehmenden Reenactmentgruppen in historischen Uniformen des 19. Jahrhunderts sowie der Big Band der Feuerwehr Kropp.

Bei der anschließenden Begrüßung der Gäste im Festzelt betonte Kreispräsident Walter Behrens die Aktualität des Gedenktages: „Die Schlacht bei Idstedt liegt 176 Jahre zurück. Ihre Botschaft ist aber aktueller denn je. In einer Zeit, in der weltweit neue Konflikte entstehen, ist es wichtig, die Erinnerung an die Folgen von Krieg lebendig zu halten. Das Gedenken an die vielen Gefallenen auf beiden Seiten mahnt uns, alles dafür zu tun, Konflikte friedlich zu lösen. Verständigung ist und bleibt der richtige Weg.“

Auch die weiteren Redner*innen Gitte Hougaard-Werner (Vorsitzende von Sydslesvigsk Forening), der Landtagsabgeordnete Thomas Jepsen und Hans Henrik Hansen (Vertreter des 6. Juli Komitees / De Danske Forsvarsbrødre for Fredericia) hoben die besondere Bedeutung des Idstedt-Gedenktages hervor. Sie würdigten die deutsch-dänische Zusammenarbeit in der Grenzregion, erinnerten an die gemeinsame Verantwortung für Frieden und Demokratie und bezeichneten den Gedenktag als sichtbares Zeichen dafür, wie aus ehemaligen Gegnern Nachbarn, Freunde und Partner geworden sind.

Die diesjährige Festrede hielt Dr. h.C. Gerhard Ulrich, Beauftragter für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus des Landes Schleswig-Holstein sowie ehemaliger Landesbischof der Nordkirche. Er stellte die Bedeutung des Erinnerns als Grundlage für Versöhnung und demokratisches Miteinander in den Mittelpunkt seiner Rede. Der Idstedt-Gedenktag, so Ulrich, richte den Blick insbesondere auf die Schicksale der Menschen und die gemeinsame Verantwortung für Frieden und Verständigung. Der Erinnerungsort Idstedt stehe heute für die gelungene deutsch-dänische Versöhnung und zeige, wie aus der Auseinandersetzung mit der Geschichte Respekt, Dialog und eine gemeinsame Zukunft entstehen können: „Vor 176 Jahren standen sich Deutsche und Dänen hier auf dem Schlachtfeld gegenüber. Heute stehen sie Seite an Seite. Als Nachbarn. Als Freunde. Als Partner und als Verbündete (…). Idstedt ist heute ein Ort der Begegnung und der Überwindung von Hass und Verachtung. Vielleicht liegt genau darin die wichtigste Botschaft dieses Tages: Frieden wächst dort, wo Menschen einander mit Respekt begegnen. Demokratie ist dort stark, wo Minderheiten geschützt werden. Freiheit hat dort Bestand, wo die Würde jedes einzelnen Menschen unantastbar bleibt.“

Am Sonntag stand der öffentliche Gedenktag rund um das Idstedt-Museum im Mittelpunkt. Zahlreiche Aussteller*innen boten den Besucher*innen ein abwechslungsreiches Programm mit historischer Darstellung, Mitmachaktionen und Informationsangeboten. Mit dabei waren unter anderem die Kanonengruppe Danevirke, die Schleswig-Holsteinischen Jäger, die Jydske Landsoldater, das Technische Hilfswerk, das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr, der Haddebyer Museumshof und das Feuerwehrmuseum Nübel.

Besonders großen Zuspruch fand erneut die Detektorsuchaktion des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein. Gemeinsam mit erfahrenen Sondengänger*innen erkundeten rund 60 Teilnehmende ausgewiesene Bereiche des historischen Schlachtfeldes und entdeckten zahlreiche Zeitzeugnisse der Schlacht, darunter Musketenkugeln, Geschosse, Uniformknöpfe und Schnallen. Die Funde werden fachgerecht dokumentiert und sollen künftig – falls möglich – im Idstedt-Museum ausgestellt werden. Eine Rallye über das historische Schlachtfeld, das gastronomische Angebot des DRK-Ortsvereins Idstedt sowie der Auftritt des Männerchors „Wild Buffalos“ aus Schaalby rundeten das Programm ab.

Mit dem zweitägigen Idstedt-Gedenktag wurde erneut deutlich, dass der Erinnerungsort Idstedt heute weit mehr ist als ein historisches Schlachtfeld: Er ist ein Ort der Begegnung, der Verständigung und der deutsch-dänischen Freundschaft – und erinnert daran, dass Frieden, Demokratie und ein respektvolles Miteinander keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer wieder neu gelebt werden müssen.

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