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Bundesliga-Rückrunde: Heiße Phase im hohen Norden

Autor: CIS am 04.01.2018

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König Fußball hält Norddeutschland in Atem – wenn auch nicht auf die gewünschte Weise. Denn sowohl der HSV als auch Werder Bremen kämpfen seit Jahren gegen den Abstieg. In diesem Jahr scheint es leider in dieselbe Richtung zu gehen.

Foto: pixabay.com / jarmoluk

HSV: Vom Regen in die Traufe


Es sah kurzzeitig so aus, als würde der HSV endlich die langersehnte Wende schaffen. Doch inzwischen ist wieder Ernüchterung eingekehrt: Der Bundesliga-Dino überwintert auf dem vorletzten Platz und muss sich vermutlich erneut mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen. Das Management hat die Marschroute bereits bestätigt. Dementsprechend erhitzt sind die Gemüter im Fan-Lager, die in Hamburg traditionell ohnehin nicht viel mit der nordischen Ruhe zu tun haben. Ganz im Gegenteil, stammen einige der lustigsten Fan-Geschichten aus Hamburg; am bekanntesten ist vermutlich die Ruhestätte direkt beim Volksparkstadion, in der sich eingefleischte HSV-Fans beerdigen lassen können.


Der Abstieg, der in den letzten Jahren mehrfach auf spektakuläre Weise verhindert werden konnte, wird also wieder zum zentralen Thema und das schmeckt dem Verein mit den hohen Ansprüchen natürlich überhaupt nicht. Noch vor einigen Jahren wäre die berühmte Bundesliga-Uhr des HSV schon längst abgelaufen, da es damals noch keine Relegation gab. Der neue Modus hat den Verbleib also erst ermöglicht, doch aktuell stehen die Rothosen nicht einmal auf Platz 16. Dort befindet sich ein weiterer Nord-Klub, der keine schönen Jahre hinter sich hat, jetzt aber etwas optimistischer in die Zukunft blickt.

Werder Bremen: Mit Schwung in die Rückrunde?


Beim Blick auf die Tabelle steht Werder Bremen kaum besser da als der HSV. Beide Vereine haben 15 Punkte auf dem Konto, lediglich die etwas bessere Tordifferenz bringt den Bremern Platz 16. Grund zur Freude ist diese Situation eigentlich nicht – allerdings sind auch Tabellenplätze eine relative Angelegenheit. Denn der Anfang der Hinrunde lief für die Grünweißen beinahe historisch schlecht. Erst die Trennung von Trainer Alexander Nouri Ende Oktober sorgte für den Umschwung. Seitdem zeigt die Bremer Formkurve nach oben und beinahe noch wichtiger, auch der Glaube an die eigene Stärke ist wieder da.


Die psychologischen Vorzeichen sind bei den großen Nord-Traditionsklub also ziemlich gegensätzlich. Viel wird davon abhängen, wie gut der Start in die Rückrunde gelingt. Der Grundstein dafür wird derzeit im Trainingslager gelegt: Pünktlich zum neuen Jahr ging es in Richtung Süden, für die Hamburger lautete das Ziel Jerez de la Frontera im warmen Andalusien, das Werder-Team kam wohlbehalten in Alicante an.


Dort erfolgt neben grundsätzlichen Fitness-Einheiten vor allem die strategische Vorbereitung auf die nächsten Gegner. Der HSV muss zunächst in Augsburg ran: Eine Aufgabe, die nicht ganz so schwer klingt, aber sicherlich kein Selbstläufer wird. Danach ist der 1. FC Köln, der abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz steht, in Hamburg zu Gast und dieses Spiel ist für den HSV ein absoluter Pflichtsieg. Denn kurz danach kommen die wirklich schweren Brocken, bei denen eine hohe Punkteausbeute eher schwierig wird: Am 20. Spieltag steht das Auswärtsspiel bei RB Leipzig (wo sich ebenfalls eine erste Mini-Krise andeutet) an, zwei Wochen später geht es nach Dortmund in den Signal-Iduna-Park.


Umso wichtiger ist es für den HSV, die Punkte gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte einzusammeln. Zum Duell gegen den Erzrivalen aus Bremen kommt es übrigens am 24. Spieltag, mit Heimvorteil für die Bremer. Diese haben ebenfalls kein leichtes Auftaktprogramm: Zunächst kommt Hoffenheim an die Weser, am 21. Januar steht das Auswärtsspiel beim FC Bayern an und am 22. Spieltag geht es nach Schalke. Die Gezeitenwende, die Bremen spät in der Rückrunde angedeutet hat, könnte also in der Rückrunde früh zum Erliegen können, da die Top-Teams qualitativ einfach deutlich stärker besetzt sind. Auch hier gilt also: Die Punkte gegen direkte Konkurrenten sollten als echte Big Points betrachtet werden. Für Euphorie ist es in Bremen eindeutig zu früh und man sollte sich besser auf eine heiße Endphase gefasst machen.


Es ist gut möglich, dass beide Vereine zum Zeitpunkt des direkten Aufeinandertreffens akuten Aufholbedarf in Sachen Punkte haben werden. Was das für Stimmung vor dem Spiel bedeutet, ist offensichtlich: Angesichts der schwierigen Situation würde es umso schmerzhafter sein, wertvolle Punkte gegen den Rivalen zu verlieren. Ein Unentschieden wie im Hinspiel würde vermutlich niemandem weiterhelfen. An Motivation wird es also keinesfalls mangeln und Fans dürfen sich auf ein körperbetontes, hitziges Spiel freuen, bei dem nicht zuletzt die Wettbüros viele Einsätze verzeichnen werden.



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